Tiefthal und sein Kunstfest

Tiefthal und sein Kunstfest

Tiefthal und sein Kunstfest – beides ist nicht mehr zu trennen. Zum 10. Mal feierte das zu Erfurt gehörende Dorf 2012 das Kunstfest. Dabei hat, wie der Liedermacher Gerhard Schöne einst sang, alles mal klein begonnen. Wie so oft bei Bier und Wein in einer Kneipe. Warum, so sannen Clown Helmi, Kabarettist Ulf Annel, Kabarettistin Gisela Brand, der Musiker Wolfgang Wollschläger, der Fotograf Ronald Neumeister, Christian Paschold, ein Bildhauer, und einige andere Künstler, allesamt Einwohner in Tiefthal, warum also sollten wir nicht mal zusammen etwas machen? Kunst, Kneipe, „Kunst und Kneipe“ das wär’ doch was.

Kleiner Anfang

„Kunst und Kneipe“ hieß denn auch anno 2002 das erste, kleine Kunstfest an den Ufern des Weißbaches, vor allem aber im Weißbach-Cafe und der dazugehörigen Scheune. Die hieß fortan Kunstscheune und ist seitdem regelmäßig Ort von Ausstellungen. Der Erfolg von „Kunst und Kneipe“ animierte zum Weitermachen und so wuchs eine Kunstfestfestreihe, die Jahr um Jahr mehr Gäste anzog.

Wäre das Kunstfest nur eine Angelegenheit der Tiefthaler Künstler geblieben, es hätte wohl keine große Zukunft gehabt. Doch nach und nach zogen andere mit. Lokalitäten, die Freiwillige Feuerwehr, Schützenverein, Frauenchor, Männerchor, Gemeindekirchenrat, die Künstler sowieso und mehr und mehr auch Tiefthaler, die zum Beispiel ihre Höfe Kunst und Gästen öffneten, und die ortsansässigen Firmen und nicht zuletzt auch Sponsoren und Spender.

Jedes Jahr, Anfang Juni, war in Tiefthal nun Kunstfest. Jedes Jahr mit einem neuen Motto. „Vive le Tiefthal“ hieß 2004 die Koproduktion mit Künstlern aus Erfurts Partnerstadt Lille, „Zeitfenster“ das sechste 2008. Zum 7. Kunstfest ein Jahr später hieß es „Die glorreiche sieben“, „Alle Neune“ im vergangenen Jahr. Das Jubiläumsfest hieß ganz lapidar „X“.

Kunst vom Feinsten

Geboten wurde Kunst vom Feinsten: Domorganist Silvius von Kessel war da. Er bestritte in diesem Jahr in der Tiefthaler Kirche auch das Abschlusskonzert. Das Erfurter Kabarett „Die Arche“ ist seit Jahren zu Gast, und reizte auch diesmal die Besucher im „Jägerschmaus“ zum Lachen.

Auch Ausstellungen und Konzerte gehören seit Jahren fest zum Programm. In diesem Jahr stellten die „Farbartisten“ vom Christophoruswerk ihre Bilder aus, die im vergangenen Jahr unter dem Motto „Über sieben Brücken“ (Tiefthals) entstanden sind. Gleich fünf Konzerte gab in diesem Jahr der Tiefthaler Musiker Fabian Fiedler, der mittlerweile in Berlin Karriere macht, in seinem Heimatort. Dazu gab es Blues mit Jürgen Kerth, Gotte Gottschalk und Angelika Weitz, Theater und natürlich Pantomime – von Clown Helmi selbst und einer Schülergruppe, die unter seiner Leitung geprobt hatte und mit viel Applaus bedacht wurde. (www.kunstfest-tiefthal.de, www.tiefthal.de)